HMV_LogoStadtkapelle Hanauer Musikverein Kehl e.V.

Musiker glänzen trotz Hitze

Die Stadtkapelle präsentiert ihr Open-Air-Konzert an der Feldscheune. Ohne Pause wird dem Publikum ein zweistündiges, modernes und vielseitiges Programm geboten.

VON SIMONA CIUBOTARU, Freitag, 31. Juli 2026

Kehl. Die Stadtkapelle Kehl gab am Samstagabend unter der Leitung ihres langjährigen Dirigenten Markus Göpper ein Open-Air-Konzert an der Feldscheune. Rund zwei Stunden lang, ohne Pause, präsentierte die Stadtkapelle Kehl ein modernes, vielseitiges Programm, das vom Auditorium mit sichtlichem Genuss aufgenommen wurde.

Entspannte Atmosphäre

Unter der Leitung der Flötistin Esther König-Leblond eröffnete die Jugendkapelle den Abend. Viele Besucher hatten eigene Campingstühle oder Picknickdecken mitgebracht, andere nahmen auf den bereitgestellten Bänken Platz. Bei Getränken aus der Feldscheune entstand eine entspannte Ferienatmosphäre.

Die Jugendkapelle stellte ihr Können mit einem kleinen, kantablen Programm unter Beweis. Bemerkenswert war die altersübergreifende Besetzung: Die jüngste Musikerin, Leni, ist erst acht Jahre alt und spielt ihr Instrument seit nur acht Monaten. Bereits die jüngsten Schülerinnen und Schüler werden in das Ensemble aufgenommen und sammeln von Beginn an Erfahrungen bei öffentlichen Auftritten.

Nach kurzer Umbaupause eröffnete die Stadtkapelle ihr Programm en force mit „Sympatria“ von Thomas Asanger. Moderatorin Andrea Beck griff die Botschaft des Werkes auf: „Zusammenhalt und Gemeinschaft – Musik verbindet Menschen.“ Dieser Gedanke zog sich durch den gesamten Abend.

Das Repertoire spannte einen weiten, bunten Bogen über unterschiedliche Stilrichtungen und Länder. Es folgten „Atlantic Avenue“ von James L. Hosay, die bewegende Hommage an Michael Jackson „Michael“ von Robert W. Smith sowie das melancholische Medley „Carpenters Forever“ von Toshio Mashima. Bei ihren Soli in Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“ begeisterten Jörg Merbitz und Dirk Schoch mit ihrem glanzvollen Spiel. Es schloss sich darauf ein Grönemeyer-Medley an, bevor „Don't You Worry 'Bout A Thing“ mit groovigen Rhythmen für ausgelassene Partystimmung sorgte. Bei der Bossa Nova „Desafinado“ verselbstständigten sich wortwörtlich im Publikum die Füße und hüpften vergnügt im Takt.

In „Best of Earth, Wind and Fire“ warf Dirk Schoch mit seinem Solo die Zuhörer wieder um. Der virtuose Trompeter spielt seit klein auf und ist seit einem Leben schon im Ensemble – unüberhörbar mit seinem reinen, perlenden Klang. Bei „Groovin' Around“ stand wiederum der nicht minder begabte Saxophonist Jörg Merbitz mit seinem nuancierten Diskurs im Mittelpunkt.

Klang verliert sich

Mit einem lebhaften „Daft Punk“ verabschiedete sich die Stadtkapelle. Die Zugabe – der Gutelaunemacher „Fliegermarsch“ von Siegfried Rundel – durfte nicht fehlen.

Markus Göpper wies im Gespräch mit der KEHLER ZEITUNG auf die anspruchsvollen Bedingungen hin: „Es war dieses Mal anstrengend, die Hitze ist anstrengend“, sagte er. „Wir hatten auch weniger Musiker dabei, denn etliche sind schon in den Ferien“. Dazu erschwerten die akustischen Verhältnisse im Freien das Musizieren. Deshalb habe er bewusst langsamere Tempi gewählt, da sich der Klang in der offenen Landschaft verlor. Hinzu kamen laute Rockklänge eines Parallelkonzerts im Gasthaus Rheinschnecke, die im hinteren Publikumsbereich mehr als deutlich wahrnehmbar waren.

Das Publikum dankte dem Ensemble mit beherztem Applaus. Ein großes Lob ging an die Solisten Alexander Liebe, Bernhard Früh und Tino Frank sowie an die exzellente, energiegeladene Percussion.
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