Jahreskonzert 2018

Musikalische Picknickstimmung beim Kehler Kultursommer

Sommerkonzert am Altrhein 2016

Die Stadtkapelle Hanauer Musikverein Kehl präsentierte im Rahmen des Kehler Kultursommers beschwingt Sommerliches auf der Seebühne. Seit über 25 Jahren bringt diese Veranstaltungsreihe den Kehlern Kultur in greifbare Nähe.

Bericht : Heidi Ast - Kehler Zeitung             Foto : Stadtkapelle Hanauer Musikverein Kehl e.V.

So fanden sich denn auch an diesem Samstag, bei perfektem Wetter, Menschen jeden Alters im Rosengarten an der Seebühne ein, um dem abwechslungsreichen Programm des Hanauer Musikvereins Kehl, unter der Leitung von Markus Göpper, zu lauschen. Im Schatten der St.- Johannes-Nepomuk-Kirche machte man es sich auf der Wiese bequem oder nahm unter schattigen Bäumen Platz, wo das Lokal »Stubenhocker« feinen Crémant kredenzt.

Ein Marsch mit ordentlich Wiener Schmäh und Schnörkeln als Eröffnung von einer Blaskapelle, die auch in der Rock-Musik und Hollywood daheim ist. »Wien bleibt Wien«; fließend, freudig hüpfende Querflöten brechen den Marschtakt auf, kein österreichischer Marsch ohne Walzereinsprengsel. Ohne die kommt natürlich auch der zweite Marsch »Großherzog Friedrich von Baden« nicht aus. Dem gleichnamigen Infanterieregiment gewidment, sieht man doch eher schwingende Reifröcke, denn marschierende Soldaten vor seinem geistigen Auge. 

Die Blaskapelle kann aber auch Hollywood und bringt ein Pixar-Medley von Songs aus den Filmen Ratatouille, Toy Story und Cars. Ein satter Soundteppich breitet sich im Rosengarten aus, der vergessen lässt, das gar keine Geiger mit spielen. Alles Zackige ist verschwunden, die Oboen und Klarinetten klingen nach Vorspann von Sechziger-Jahre-Filmen. Eine große Portion »Am Ende wird alles gut« schwingt in diesem Medley mit. Der blaue Himmel und die Wolkenbilder fügen sich perfekt ein. 
Um 20 Uhr wird kurz Platz für andere Töne gemacht, denn St. Johannes Nepomuk hat auch etwas beizutragen. Musiker aus der Region wissen das, und machen an der Stelle kurz mal eine Pause, um den Kirchenglocken zu lauschen.
Es folgen weitere Stücke von der andere Seite des großen Teiches. »Georgia on my mind«, berühmt geworden durch den unvergesslichen Ray Charles, heute Hymne des gleichnamigen amerikanischen Staates. Vanessa Dutz am Altsaxophon und Nadja Huber an der Posaune übernehmen mit ihren Soli die Singstimmenparts. Etwas weniger schwer und mit mehr Tempo als das Original, verursacht das Altsaxophon leichte Gänsehaut. 

Mit »The Hustle« von Van McCoy läutet die Kapelle die Discozeit ein. Die Klarinetten müssen harte, kurze Töne in schwungvolle Schleifen, im typischen »Phillysound« bringen, die Trompeten leiten ins Finale. »Do the Hustle«: auch ohne Diskokugel toll. Es folgt ein Medley von Songs der Jackson Five. Mit dem Brassstück »Horray for Hollywood« wird musikalisch der rote Teppich ausgerollt.

Björn Geiger verbeugt sich mit seiner Interpretation von »I got you under my skin« gesanglich vor Frank Sinatra, während die Kapelle das Stück zum Copacabana_Hit umwandelt. Der karabische Sound und der, sich am Jazz orientierende Gesang sind an manchen Stellen gegenläufig, finden sich aber immer wieder. Es folgt »Alice im Wunderland« in einer sehr swingigen Version, während ein kleines Mädchen am Seeufer laut »Papa, ein Krebs!« verkündet. Und das perfekt auf den Schlussakkord.

Jetzt noch ein Ausflug in die Rockgeschichte mit einem Medley von Bryan Adams und Hits von Deep Purple. Die Zugabe »Der Florentiner Marsch« führt wieder an den Anfang des Abends und der Musikverein entlässt seine Gäste in die Lokale und Eisdielen.