Jahreskonzert 2020

BassregisterDrei Stunden lang Musik vom Feinsten - 4. Musikgala der Bürgerstiftung Kehl

Die Stadtkapelle Hanauer Musikverein präsentierte sich als harmonisch agierende Einheit


von Nina Saam - Kehler Zeitung, Fotos: Rolf Hoffmann


Kehl. Sowohl die Stadtkapelle Hanauer Musikverein Kehl als auch die Bigband Surprise sind für die »Wiederholungstäter « unter den Musikgala- Besuchern keine Unbekannten mehr. Durch ihr umfangreiches Repertoire haben beide Formationen jedoch ! keine Schwierigkeiten, jedes Jahr ein neues, mitreißendes Programm auf die Beine zu stellen, das natürlich auch auf die Solistinnen abgestimmt ist. In diesem Jahr waren es mit Jasmin Zhang, Raffaela Dilles und Lisa Freyhoff ausnahmslos Kehler Mädels, die der Musikgala Glanzlichter aufsetzten. »Ich habe bis vor einem Jahr nicht gewusst, was für tolle Talente wir hier in Kehl haben «, sagte Organisator Heino Bullwinkel von der Bürgerstiftung anerkennend.

Schnelle Läufe

Den Anfang machte die erst zehnjährige Pianistin Jasmin Zhang, die gemeinsam mit der Stadtkapelle in den ersten beiden Sätzen des technisch sehr anspruchsvollen Werks »Three Movements« des belgischen Komponisten André Waignein brillierte. Scheinbar mühelos meisterte sie die schnellen Läufe des Stücks, exakt und gefühlvoll wusste sie die ruhigen Passagen zu setzen. Im zweiten Teil ihres Auftritts war! tete die Stadtkapelle mit einem Potpourri von Genres und Melod! ien auf. In »Hooray for Hollywood« ließen sie den Glamour der Filmwelt hochleben, mit dem Stück »Wave« des brasilianischen Komponisten Antonio Jobim den Bossanova, während das lebendige, rhythmische »At the Mambo Inn« nach Kuba entführte. Die Stadtkapelle zeigte sich als harmonisch agierende Einheit auf hohem Niveau und mit hervorragenden Solisten.

Jasmin Zhang ist mit ihren gerade einmal zehn Jahren schon eine echte Könnerin am Piano.


Film-Hits


Ein pralles Programm präsentierte die Bigband Surprise. Dank der beiden ebenso stimmgewaltigen wie vielseitigen Kehler Gesangstalente konnte die Combo von Peter Stöhr aus dem Vollen schöpfen. Raffaela Dilles brachte mit ihrer voluminösen Stimme so unterschiedliche Lieder wie das rockige »Fame« aus dem gleichnamigen Film, den James-Bond-Song »Diamonds Are Forever« von Shirley Bassey oder »I Have Nothing« zu Gehör. Die 17-jährige Lisa Freyhoff begeisterte mit aktuellen Songs wie Adeles »Set! the Fire to the Rain« und »Valerie « von Amy Winehouse, aber auch mit dem Klassiker »What a Wonderful World«. Eineinhalb Stunden lang wechselten sich die beiden Sängerinnen ab, wobei sie sich in keiner Weise hinter den Originalen zu verstecken brauchten.

Die Bigband Surprise erwies sich als eine waschechte Showband, die allerdings unverdienterweise durch die grandiose Performance der beiden »Kehler Kehlen« ein wenig in den Hintergrund trat. Eine richtig runde, hinreißende Sachewar das, die die Besucher mit Johlen und donnerndem Applaus honorierten.

Rundum zufrieden traten Organisatoren und Mitwirkende am Ende auf die Bühne. Sichtlich erfreut über den großen Zuspruch des Publikums konnte Heino Bullwinkel gleich einen weiteren Erfolg vermelden: In der Pause hatte sich der 161. Zustifter für die Bürgerstiftung gefunden. Gewonnen haben auch die jungen Kehler Musiker, deren Ausbildung die Bürgerstiftung mit dem Erlös des Abends unterstützen w! ird. Im letzten Jahr konnten so 20 talentierte Kinder und Jug! endliche gefördert werden, deren Eltern nicht über die finanziellen Mittel verfügen.