Jahreskonzert 2020

Premiere mit Markus Göpper

Stadtkapelle spielte ihr erstes Jahreskonzert unter Leitung des neuen Dirigenten

Bericht u. Fotos : Stefan Müller

Kehl,16.01.2016 - In der gut besuchten Kehler Stadthalle spielte die Stadtkapelle ihr erstes Jahreskonzert unter der Leitung ihres neuen Dirigenten Markus Göpper. Nach einem knappen Jahr der Probenarbeit und des Zusammenwachsens konnte man auf das Ergebnis gespannt sein.
Doch zunächst eröffnete die Bläserklasse der „Hanauer“ den Konzertabend unter der bewährten Leitung von Jennifer Geiger. Mit zwei Stücken, u.a. »Queen in Concert« rockten die Jungmusiker gleich zu Beginn das Publikum und unterstrichen damit ihren ausgezeichneten Leistungsstand. Vanessa Duc (Alt-Sax.), Emily Arbogast (Alt-Sax.), Philipp Kovacs (Querflöte) und Oskar Schön (Tuba) zeigten sich dabei als spielsichere Solisten.
Dann hob Markus Göpper den Taktstock zu »Hounds of Spring« und die Stadkapelle zog mit diesem voluminösen, enthusiastischen Stück sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei bot das Orchester ein sehr homogenes, ausgewogenes Klangbild, was sich über das gesamte Konzert hin fortsetzte.

Wie ein »Perpetuum Mobile«, exakt und synchron aufeinander abgestimmt, wirkten die Musiker sodann in dem gleichnamigen Stück von Johann Strauss Sohn. Danach wieder etwas legerer kam »Chim Chim Cher-ee« der Song aus dem Film und Musical »Mary Poppins« mit den hervorragenden Solisten Vanessa Duc (Alt-Sax), Karl-Heinz Fimeyer (Trompete) und Jörg Merbitz (Alt-Sax) daher.
Zum Ende des ersten Teils nahm die Stadtkapelle das Publikum mit auf eine Reise im legendären »Orient Express«. Nachvollziehbar brachten die MusikerInnen das Beschleunigen des Zuges, die Fahrt durch halb Europa und die Ankunft in Istanbul zu Gehör. Michaela Kirste an der Oboe verfeinerte den Höreindruck mit Ihrem Spiel.
Wer die „Hanauer“ kennt, weiß, dass sie der modernen Musik von Jazz bis hin zu Rock und Pop schon immer einen hohen Stellenwert eingeräumt haben. Das hat sich, zur Freude der Zuhörer, auch unter Markus Göpper nicht geändert.
So begann der zweite Teil des Konzerts mit einer musikalischen Hommage, »Hooray for Hollywood«, an die kalifornische Filmmetropole. Nach den heißen südamerikanischen Rhythmen bei »At the Mambo Inn« ging es über in den Bereich des Jazz.
Mit »I've got you under my skin« von Cole Porter trat Björn Geiger als Gesangssolist in die Fußstapfen von Frank Sinatra, feinfühlig und mit klangvoller Stimme dargeboten. Ein Klassiker und gleichermaßen ein Jazzstandard ist »Georgia on my mind«. Ersonnen von Hoagy Carmichael und bekannt gemacht u.a. durch Ray Charles, gehört dieser Titel quasi zum Standardrepertoire einer jeden Jazz-Formation. Die Stadtkapelle interpretierte den Song gekonnt und stilsicher in typischer Big Band Manier.
Das Stück »Wave«, ein Jazz Bossa Nova von Antonio C. Jobim, brachte dann wieder lateinamerikanisches Flair in die Halle. Jörg Amann (Posaune) brillierte dieses Solostück mit gefühlvollen Solospiel.
Weitere Solisten des Abends waren Monia Hochfeld (Klarinette), Bernhard Sutor (Trompete), Nadja Huber (Posaune), Esther König-Leblond (Querflöte) und Peter Pund (Tenor-Sax.).
Die Stadtkapelle beendete das Konzert mit dem Stück »Pops for Band«, aber der anhaltende Beifall des Publikums entließ die MusikerInnen um Markus Göpper nicht ohne Darbietung von drei weiteren Zugaben.
Durchs Programm führte in gewohnter Weise und mit gut recherchierten Informationen versehen, Elisabeth Baumert.
Einmal mehr bot die Stadtkapelle Hanauer Musikverein Kehl den Zuhörern ein hervorragendes, abwechslungsreiches Programm. Markus Göpper und das Orchester haben spürbar zueinander gefunden und man darf sich schon jetzt auf die nächsten Auftritte des Orchesters freuen.