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Dreistündige Musikgala begeistert Besucher in der Stadthalle

Ein Benefizkonzert mit Klasse in Kehl / Kunterbuntes, pralles Programm

Bericht und Foto :  Nina Saam  - Kehler Zeitung

Musikgala 2017

Musikalisch war die 5. Musikgala der Bürgerstiftung am Samstag ein großer Erfolg. Sowohl die Stadtkapelle Hanauer Musikverein als auch die Bigband Surprise überzeugten mit einem abwechslungsreichen und spannungsvollen Programm. Leider konnten die Organisatoren nicht so viele Zuschauer zählen wie im letzten Jahr.

Seit fünf Jahren bringt die Bürgerstiftung Kehl (BSK) mit der Stadtkapelle Hanauer Musikverein und der Bigband Surprise zwei musikalische Größen der Region auf die Bühne der Stadthalle, um mit dem Erlös des Benefizkonzerts jungen Nachwuchsmusikern die Ausbildung zu finanzieren. 

Den Anfang machte die Stadtkapelle unter ihrem Dirigenten Markus Göpper, der für diesen Abend ein kleines Feuerwerk unterschiedlicher Stile ausgesucht hatte, um die Bandbreite der rund 40-köpfigen Kapelle zu demonstrieren. Mit dem lebhaften »A Huntington Celebration« des britischen Komponisten Philip Starke eröffneten sie den fast dreistündigen Konzertabend nach Maß, gefolgt von dem sehr gefühlvoll vorgetragenen Tango »Oblivion« des argentinischen Musikers Astor Piazzolla. Wunderschön hierbei die Querflöten-Soli von Marie-Kristin Krieger und Philipp Kovacs. 

Starke Percussions-Elemente enthielt dagegen der bekannte Samba »Mas Que Nada« von Jorge Ben. Jazzig wurde es mit Chick Coreas »Spain«, bei dem Jörg Merbitz (Saxofon) und Karl-Heinz Fiemeyer (Trompete) als Solisten brillierten. Richtig Gas geben konnte die Stadtkapelle schließlich beim »Boogie Express« – Blasmusik at its best.

Bigband mit Solisten

Den zweiten Teil des Abends bestritt die Bigband Surprise unter der Leitung von Peter Stöhr. Mitgebracht hatte die Haslacher Formation die beiden Solisten Rebekka Ziegler und Maik Schwendemann. Auch wenn die Bigband Surprise mittlerweile 28 Jahre auf dem Buckel hat, klingt sie kein bisschen verstaubt – im Gegenteil. Mühelos bewiesen die Mannen um Peter Stöhr, dass sie so ziemlich jede Art vom Musik drauf haben, auch wenn sie bei so manchem Stück zuerst gestöhnt haben, wie ihr Bandleader augenzwinkernd in einer seiner launigen Ansagen verriet. 

Enorme stimmliche Bandbreite

Eines davon war der Song »Black and Gold«, in dem Jazzsängerin Rebekka Ziegler ihre starke Stimme so richtig ausspielen konnte. Die in Lahr aufgewachsene 25-jährige Musikerin, die Mitglied im Bundesjazzorchester ist, begeisterte mit einer enormen stimmlichen Bandbreite und Präsenz, ob in den gefühlvollen Balladen wie »Georgia« oder »Misty« oder dem fetzigen »Something’s gotta hold on me«, wobei sie sich hinter der Originalinterpretin Etta James nicht zu verstecken brauchte. Auch der junge Haslacher Maik Schwendemann, der seine Sängerkarriere in Musical-Aufführungen seiner Schule begonnen hat, konnte in der Auswahl seiner Stücke zeigen, dass er einiges drauf hat: Ob Swing oder Jazz, ob Rock’n’ Roll (»Crazy little thing called love«) oder in seiner Paradedisziplin, dem Musical – mit dem  Song des Affenkönigs King Louie aus dem Dschungelbuch »Ich wär so gern wie du«. 
Die Bigband bewies sich bei der Musikgala einmal mehr als versierte Show-Band auf professionellem Niveau, auch wenn ihr Chef das manchmal nicht zu glauben schien. So beispielsweise in dem von Peter Stöhr als schwierig apostrophierten Stück »Month of Sundays«. »Mal sehen, ob es klappt«, stapelte er in seiner Moderation tief. Natürlich klappte es – Bigband-Sound zum Reinlegen, mit klasse Klaviereinlagen und überzeugenden Soli auf der Gitarre und dem Sax. Das Publikum war ebenso begeistert  wie die Organisatoren: Die Musikgala sei eine gelungene Sache und solle unbedingt weitergeführt werden, verkündete Heino Bullwinkel von der Bürgerstiftung am Ende des Abends.

Autor:

Nina Saam